Dr. h. c. Andreas Hüneke
geboren am 9.3.1944 in Wurzen
gestorben am 1.10.2024 in Potsdam

Andreas Hüneke, 1992, Foto: Monika Schulz-Fieguth

Andreas Hüneke, 2019, Foto: Michael Lüder
Die berufliche Laufbahn von Andreas Hüneke begann 1971 an der Staatlichen Moritzburg in Halle (Saale), wo er bis 1977 als wissenschaftlicher Mitarbeiter für die Skulpturensammlung tätig war. Sein Engagement für die Sammlung spiegelte sich nicht nur in der wissenschaftlichen Grundlagenforschung zum vorhandenen Bestand, seine Forschung galt schon früh und beispielhaft gleichwohl den Bestandsverlusten. Seine Provenienzforschung mündete in eines seiner Hauptarbeitsfelder, das ihn zeitlebens beschäftigt hat. Als einer der führenden deutschen Experten weltweit für die Klassische Moderne galt sein besonderes Forschungs- und Publikationsinteresse der nationalsozialistischen Aktion „Entartete Kunst" und dem Handel mit „entarteter Kunst".
Erstmals öffentlich aufmerksam machte er darauf in einer zweiteiligen Ausstellung (1986 und 1987) im damaligen Kulturhaus „Hans Marchwitza" in Potsdam. 1988 zeigten zu diesem Thema die Weimarer Kunstsammlungen die Ausstellung „Angriff auf die Kunst" und hoben im Katalog die Vorreiterrolle Potsdams hervor. Im selben Jahr wurde ein Beitrag von ihm im Katalog für die Ausstellung „Stationen der Moderne" publiziert, die im Gropiusbau gezeigt wurde, für ihn jedoch nicht zu sehen gewesen ist.
Seine Forschungsergebnisse veröffentlichte er nach 1990 in einem geradezu „beängstigenden" Umfang bis zu seinem Lebensende. Von 2003 bis 2023 forschte und lehrte er auf diesem Gebiet an der Forschungsstelle »Entartete Kunst« am Kunsthistorischen Institut der Freien Universität Berlin. Er erhielt Stipendien von namhaften Instituten wie dem Getty in Los Angeles. Von 1995 bis 2004 war er ehrenamtlich als Vizepräsident des Internationalen Kunstkritikerverbandes AICA tätig.
In Potsdam war er bereits zwischen 1971 und 1977 häufig zu Gast, weil es ihm hier als Hallenser Museumsmitarbeiter im Staatsarchiv möglich war, Fachliteratur aus dem „westlichen" Ausland zu bestellen, vor Ort zu lesen und zu transkribieren. Dieses umfängliche Quellenstudium war ihm später als Freiberufler erst wieder ab 1990 möglich.
Vollständiger Nachruf als PDF
Biografische Angaben hier
Traueranzeige des PKV im Tagesspiegel (PDF)
Medienecho:
Lena Schneider, „Ihn interessierte das Abwegige": PNN vom 1.10.2024
Karim Saab, Der Potsdamer Kunsthistoriker Andreas Hüneke ist gestorben, MAZ, 1.10.2024
Landeshauptstadt Potsdam, Oberbürgermeister Mike Schubert zum Tod von Andreas Hüneke, potsdam.de